Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) warnt die Deutsche Bahn davor, im Busbereich weitere Tochtergesellschaften auszugründen. Marktrisiken dürften nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen. Die EVG werde sich mit allen Mitteln dagegen wehren, dass die Busbranche zu einer Niedriglohnbranche verkommt. Gemeinsam mit ver.di will die EVG die Tarifstrukturen in  der Branche neu ordnen. Ziel muss es sein, in den Bundesländern ein einheitliches Bezahlungsniveau zu erreichen.

„Es ist eine Sauerei, wenn Marktrisiken einseitig auf die Beschäftigten abgewälzt werden“, sagte EVG-Vorstandsmitglied Reiner Bieck. „Wir erleben jetzt in Bayern zum zweiten Mal binnen kurzem, dass Beschäftigte in Billigtöchter abgedrängt werden sollen. Dieses Beispiel darf keine Schule machen.“ Die EVG werde sich mit allen Mitteln dagegen wehren, dass der  Busverkehr zu einer Niedriglohnbranche wird, dass Busfahrer mit ihrem Lohn ihre Familien nicht mehr ernähren können und das zum Leben notwendige Geld nur durch soziale Zuschüsse erreichen.“  

Bei der zum DB-Konzern gehörenden Omnibusverkehr Franken GmbH (OVF) werden derzeit befristet Beschäftigte dazu gedrängt, zu der Regio Bus Bayern zu wechseln. Dort sind die Tariflöhne 20 Prozent niedriger. In Hessen war der Konzern beim Unternehmen Regionalverkehr Kurhessen (RKH) bereits ebenso vorgegangen. In beiden Fällen wurde das Vorgehen damit begründet, dass mit den bestehenden Tariflöhnen keine Ausschreibungen mehr gewonnen werden können.

„Das ist eine reine Schutzbehauptung“, so Bieck. „Die Arbeitgeber sind bisher jeden Beweis dafür schuldig geblieben, dass sie nur auf Grund der vorhandenen Tarifverträge nicht mehr konkurrenzfähig sein sollen.“ Gleichwohl müsse der Ausschreibungswettbewerb in der Busbranche dringend reguliert werden. „Landkreise und Kommunen  bevorzugen mehr und mehr das billigste Angebot.“ Das Ergebnis sei „öffentlich gefördertes Lohn- und Sozialdumping.“ Der Gewerkschafter kündigte an, gemeinsam mit ver.di die Tarifstrukturen in der Branche neu zu ordnen. „Derzeit nutzen es Besteller und Unternehmen aus, dass es unterschiedliche Tarifverträge gibt. Dem wollen wir einen Riegel vorschieben.“ Ziel müsse es sein, in den Bundesländern ein einheitliches Bezahlungsniveau zu erreichen, um endlich auch in diesem Bereich den Lohnwettbewerb nach unten zu beenden.“

[Quelle: Eisenbahnverkehrsgewerkschaft (EVG)]