Der Hauptvorstand und die Tarifkommission der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben gestern in Berlin einstimmig den Tarifvertragsentwurf zur Regelung tariflicher Verfahrensfragen der Deutschen Bahn abgelehnt. „Mit diesem Tarifdiktat hat die DB erstmals eindeutig ihr rechtswidriges Verständnis des Grundgesetzes Artikel 9 Absatz 3 schriftlich niedergelegt“, erklärt der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

In den §§ 6 und 7 des Entwurfs diktiere die DB der GDL trotz mehrfacher Ablehnung in den Hintergrundgesprächen sowohl die Nichtzuständigkeit für einen Teil ihrer Mitglieder als auch den Verzicht auf das Streikrecht. Zudem gehe aus dem Tariftext unmissverständlich hervor, dass die GDL freiwillig und ohne jegliche Begründung ihre eigenen Grundrechte und die Grundrechte ihrer Mitglieder mit Füßen treten sollte, so der GDL-Chef.

Die Vorlage dieses „Tarifdiktates“ durch die DB provoziere weitere Arbeitskämpfe, teilt die GDL mit. Die Gewerkschaft werde darüber rechtzeitig informieren, heißt es in einer Mitteilung.

Das Privatbahn Magazin (ab 18. November im Bahnhofsbuchhandel, schon eine Woche früher bequem per Abo) berichtet in seiner kommenden Ausgabe ausführlich über die Tarifstreitigkeiten zwischen DB AG und den Gewerkschaften EVG und GDL. Unter anderem kommen GDL-Chef Claus Weselsky und sein Pendant bei der EVG, Alexander Kirchner in einem Interview zu Wort. Weitere Informationen und Bezugsquellen unter www.privatbahn-magazin.de.

(GDL)