Schienenstrecken können Wirtschaft Auftrieb geben und Landflucht stoppen

Wir brauchen Autobahnen für Wirtschaft und Wohlstand“ – mit diesem einfachen Argument gewinnt sehr oft der Straßenneubau. Doch wie sieht es mit der Schiene aus? Komplette Stilllegungen von Bahnverbindungen sind in vielen Regionen keine Seltenheit. Dabei kann eine attraktive Bahnanbindung ein entscheidender Wirtschaftsfaktor sein. Das zeigt das aktuelle VCD-Mitgliedermagazin fairkehr: Unternehmen siedeln sich an, Arbeitsplätze entstehen, Wohnungen werden gebaut, die Landflucht gestoppt.

Stadtbahnnetze im Nahverkehr können eine ähnlich positive Wirkung erzielen. Wenn sie auf Eisenbahntrassen fahren, können sie attraktive Großstädte mit den umliegenden kleineren Gemeinden verbinden. Solche Pilotprojekte gibt es bundesweit – von Chemnitz bis Saarbrücken. Kleinstädte können ihre Einwohnerzahlen sowie Steuereinnahmen erhöhen. Damit könne man einer befürchteten Verödung umliegender Kleinstädte vorbeugen.

Die Entscheidung, ob eine Bahnstrecke aus- oder neugebaut werden darf, fällt jedoch nicht in den Kommunen selbst. Beschlossen wird in Berlin. Mit Hilfe einer Kosten-Nutzen-Rechnung prüft das Verkehrsministerium, wie sinnvoll, wirtschaftlich oder nutzbringend eine Strecke ist. Was auf den ersten Blick vernünftig klingt, wird jedoch von vielen Experten kritisiert. Berechnungsformeln seien mathematisch-logisch falsch und produzierten zum Teil unsinnige Ergebnisse. Dadurch entstehe oft der Eindruck, dass diese Art der Kosten-Nutzen-Analyse so viele Stellschrauben besitzt, dass man damit politisch gewünschte Verkehrsprojekte schönrechnen will.

Mehr zu diesem Thema und ein Beispiel zur Vorzeige-Stadt Montabaur kann man in der Ausgabe 01/2013 der VCD-Mitgliederzeitschrift fairkehr unter www.fairkehr-magazin.de, dem Magazin für Umwelt, Verkehr und Reisen erfahren.

[Quelle: VCD e.V. Bundesverband]