Parallel zu dem von Streiks der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) begleiteten Tarifstreit mit der Deutschen Bahn AG nimmt die Große Koalition in Berlin, angeführt von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), einen erneuten Anlauf, die Tarifeinheit gesetzlich durchzusetzen.

Dazu sagt GDL-Chef Claus Weselsky im Interview mit dem Privatbahn Magazin: „Wenn das Gesetz zur Tarifeinheit kommt, werden wir dagegen klagen.“ Ein Gesetzentwurf, der die im Grundgesetzt, Artikel 9, Absatz 3 verankerte Koalitionsfreiheit nicht einschränke, sei für die Initiatoren schwer hinzukriegen. „Dementsprechend wurde bisher auch noch nichts Verfassungsfestes zustande gebracht“, so Weselsky.

Claus Weselsky, GDL-Bundesvorsitzender

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hingegen „steht zur Tarifeinheit“, wie der Vorsitzende Alexander Kirchner im Gespräch mit dem Privatbahn Magazin unterstreicht. Seine Gewerkschaft halte allerdings individuelle Vereinbarungen zwischen zwei Gewerkschaften in dieser Frage für sinnvoller als gesetzliche Regelungen. Aber: „Wenn es keine Einigung zwischen zwei Gewerkschaften gibt, halten wir eine gesetzliche Regelung für sinnvoll“, so Kirchner im Privatbahn Magazin.

Alexander Kirchner, EVG-Vorsitzender

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(red)